Kia ora New Zealand

 
20Februar
2014

Bilder Fähre, Picton, Marlborough Sounds (8.1. - 13.1.)

Fähre mit Blick auf Wellington Fähre in der Cook Strait Einfahrt in die Marlborough Sounds Picton Hafen Camp am Meer Queen Charlotte Track Queen Charlotte Track Queen Charlotte Track Queen Charlotte Track Queen Charlotte Track Queen Charlotte Track Tasman Bay Tasman Bay Nelson

20Februar
2014

Welcome to South Island – Fähre, Picton, Marlborough Sounds (8.1. -13.1.)

 

Nach einer eher kurzen und nicht ganz so bequemen Nacht im Auto in Wellington am Yachthafen sind wir um 7 Uhr morgens auf die Bluebridge Autofähre gefahren. Natürlich war es in Wellington mal wieder bewölkt, kalt und windig, was wir aber schon gewohnt waren. Sobald wir aber aus dem Wellington Harbour rausgefahren sind war blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. So schnell kann sich das hier ändern. Die Überfahrt dauert ungefähr drei Stunden und geht erstmal über das offene Meer der Cook Strait und nach einer Weile dann in die Marlborough Sounds im Norden der Südinsel. Ein Sound ist so eine Art Fjord. Dadurch, dass die Sounds so lang und eng sind, kommt es einem so vor als fährt man durch eine Seenlandschaft anstatt auf dem Meer. Schaut euch einfach die Bilder dazu an ;) Nach ca. einer Stunde Schiffahrt durch den Queen Charlotte Sound sind wir in Picton und damit offiziell auf der Südinsel Neuseelands angekommen. Picton ist leider kein so interessantes Örtchen und existiert auch nur, weil hier die großen Autofähren gut anlegen können. Dazu kam noch, dass das Wetter nicht mehr ganz so gut wie auf dem Meer war. Wie machten uns also schnell auf die Suche nach einem Campingplatz. Das war aber nicht so einfach wie erwartet. Wir waren durch die Nacht im Auto alle ziemlich übermüdet und es war schon 3 Uhr mittags und was richtiges zu Essen hatten wir auch noch nicht. Alles nicht gerade die Grundlage für besonders gute Stimmung. Irgendwann haben wir es nach längerem diskutieren doch noch geschafft uns auf einen Platz zu einigen. Der Platz lag schön am Ende eines Sounds direkt am Wasser, eigentlich perfekt. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und es hat gewittert. Was natürlich für erfahrene Camper mit top Austrüstung (schön wärs) gar kein Problem ist. Ein älterer Mann, der mit seinem Wohnmobil neben uns stand, hat uns dann voller Mitleid ein paar Metallstäbe gegeben, damit wir die Plane, die uns vor dem Regen schützen soll, richtig fest machen konnten. Glücklicherweise war es am nächsten Tag besseres Wetter und wir waren alle ausgeschlafen. Perfekte Bedingungen um den Queen Charlotte Track zu laufen. Das ist eine normalerweise dreitägige Wanderung entlang des Queen Charlotte Sounds. Drei Tage waren uns (besonders Simon und mir) aber doch ein bisschen zu lang. Also sind Simon und ich ungefähr 10 km des Tracks gelaufen und David und Flo 25 km. Das hat auch vollkommen gereicht um den atemberaubenden Ausblick auf die Sounds, mit ihren Bergen und langen Fjorden, zu genießen und festzuhalten.

Es hätte noch so viel mehr in den Marlborough Sounds gegeben, z.B. mit Delfinen schwimmen oder mit dem Wassertaxi zu Hostels fahren die direkt in den Sounds liegen und nur mit dem Boot zu erreichen sind. Irgendwie hat es uns aber alle weiter Richtung Nelson gezogen, wo noch besseres Wetter und Traumstrände auf uns warteten. Nelson ist nämlich der Ort mit den meisten Sonnenstunden in ganz Neuseeland und in der Hinsicht hat uns Nelson auch nicht im Stich gelassen. Gleich als wir nach ca. 2 Stunden Fahrt ankamen, haben wir für Montag den 13.1. bis Donnerstag 16.1. einen Kayaktrip im Abel Tasman Nationalpark gebucht. Die drei Jungs wollten erst gar nicht so richtig, aber ich konnte sie noch überzeugen und sie haben es im Nachhinein definitiv nicht bereut. Weitere Einzelheiten zum Abel Tasman gibts aber erst im nächsten Eintrag.

Gebucht haben wir den Trip am Samstag den 11.1., das hieß wir mussten noch zwei Tage überbrücken. Zum Glück haben wir einen Campingplatz am Meer gefunden, der ausnahmsweise mal mehr als nur ein Plumsklo hatte. Es gab richtige Klos, Duschen, Strom und Mülleimer. Klingt nach Standart, ist aber für Campingplätze für unter 10 Dollar die Nacht eher untypisch. Der "Luxuscampingplatz" führte bei mir dazu, dass endlich mal richtiges Urlaubsfeeling aufkam. Man ist zwar sonst immer in den schönsten Gegenden, aber ohne eine gewisse Basisausstattumg ist das kein Urlaub ;)

02Februar
2014

Bilder Wainuiomata (2.1. - 7.1.)

Regenwald am Campingplatz Auto am Strand

02Februar
2014

Waiting for better weather and the ferry – Wainuiomata (2.1. - 7.1.)

 

Im Gegensatz zu meinem Eintrag zu Wellington, wird das hier eher etwas kürzer und wahrscheinlich auch nicht ganz so interessant. Da ich die Story aber vollständig haben will, gehört das einfach auch dazu. Am 2. Januar hab ich mich widerwillig von Wellington verabschieden müssen. Es viel mir umso schwerer, weil das Wetter mal wieder nicht das beste war und unter den Umständen verlässt man natürlich ungern sein bequemes Hostelzimmer. Leider musste es langsam wieder sein. Unserer Fähre auf die Südinsel ging erst am 8.1. und eine Woche mehr in Wellington hätte uns ca. 250 Dollar extra gekostet. Wir sind also zu viert (Rafael hat sich verabschiedet, weil er einen Freund in Auckland getroffen hat) ein bisschen außerhalb von Wellington campen gegangen.Einfach nur um billig die Zeit zu überbrücken. Wainuiomata hieß das Kaff. Es hatte dort aber zum Glück alles was man braucht. Einen Supermarkt, Dominos Pizza (wo es für unschlagbare 5 Dollar eine Pizza gibt. Leider war ich da über ganz Neuseeland verteilt definitiv zu oft!) und eine Bibliothek mit Steckdose und free wifi. Eigentlich alles was man an kalten Regentagen so braucht. Es hat nämlich, bis auf den letzten Tag, fast durchgehend geregnet. Zum Glück hatten wir über unseren 16 Dollar Zelten noch eine Plane, sonst wäre alles komplett nass gewesen. Von den Zelten haben wir übrigens schon drei kaputt gemacht... Wir konnten die aber immer wieder beim Warehouse umtauschen. Zwar waren die Leute dort darüber nie so wirklich glücklich, aber mit ein bisschen Hartnäckigkeit geht das schon. Sie haben uns dann jedes mal erklärt, dass die Zelte eigentlich nicht für richtiges Outdoorzelten gedacht sind. (Was wir natürlich selber wissen. Für nicht mal 10 Euro kann das einfach kein gutes Zelt sein.)

Was also haben wir bei dem Wetter gemacht? Wir waren eigentlich jeden Tag in der Bibliothek und haben unsere Handys und Laptops aufgeladen. Ja, Strom ist echt immer so ein Problem beim campen. Außerdem gibts in jeder Bibliothek kostenloses Wlan und damit kann man immer Zeit totschlagen. Die definitiv beste Idee bei dem Wetter, war ins Schwimmbad zu gehen. Das war so ein kleines städtisches Schwimmbad mit nur einem Becken, aber es gab eine Sauna und einen kleinen Whirlpool. Also haben wir unseren Tag damit verbracht zwischen Whirlpool und Sauna zu wechseln. Endlcih besseres Wetter hatten wir erst am 6. Januar und das haben wir genutzt um ein bisschen die Küste entlang zu fahren. War eine echt schöne Landschaft, aber leider nicht so geeignet zum ne Runde schwimmen gehen.

Am 7.1. sind wir wieder nach Wellington gefahren und haben dort mitten in der Stadt auf einem Parkplatz im Auto geschlafen, weil wir um 7 Uhr morgensn auf die Fähre mussten und wir kein Geld für so eine kurze Hostelnacht ausgeben wollten. Das ganze war zu viert natürlich ein bisschen eng und ich hab vielleicht zwei Stunden geschlafen, aber einmal ist das ja kein Problem. Am 8. Januar um halb 8 morgens sind wir dann endlich mit großer Vorfreude auf die Südinsel auf die Bluebridge Ferry gefahren und damit war für mich die Etappe Nordinsel abgeschlossen. Diese Etappe hat ganze 111 Tage gedauert (wenn ich mich nicht verzählt hab) und war damit länger als gedacht. Als ich noch zu Hause war, war mein Plan eher mehr Zeit auf der Südinsel zu verbringen. Dabei hab ich aber die Schönheit und Vielfalt der Nordinsel echt unterschätzt. Jeder Tag, den ich auf der Nordinsel verbracht hab, hat sich im Endeffekt gelohnt.

02Februar
2014

Bilder Wellington (23.12. - 2.1.)

Mount Victoria Mount Victoria Mount Victoria Herr der Ringe Szene. Die Hobbits verstecken sich vor dem Schwarzen Reiter :D Sogar die neuseeländische Börse findet, dass Wellington das Weihnachten Weihnachten Cable Car Silvester Silvester

21Januar
2014

The coolest little capital in the world - Wellington (23.12. - 2.1.)

 

Einen Tag vor Heilig Abend bin ich mit David, Simon, Rafael und Florian in Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland, angekommen. In die Stadt rein geht es auf einer zweispurigen Autobahn direkt am Meer entlang. Allein das war schon eine Abwechslung, weil es außerhalb von Auckland und Wellington einfach keine Autobahnen gibt. Der Highway 1, der wichtigste Highway, der Auckland und Wellington verbindet, ist eine stinknormale meistens kurvige Landstraße. Das war also der Moment, wo man gemerkt hat, dass es jetzt endlich wieder in eine richtige Stadt geht. Da hab ich mich wirklich gefreut, weil ein Großteil der "Städte" einfach nur Dörfer sind, wo wirklich gar nichts geht. Auch Wellington hat nur 200.000 Einwohner, also eigentlich auch nicht so groß. Wellington liegt aber in einer Bucht mit Bergen drum herum, was zu einem chronischen Platzproblem geführt hat, deswegen gibt es ein paar größere moderne Hochhäuser. Was mich, als jemand aus Balingen, noch zum Staunen bringen kann. Andererseits ist die Stadt auch schön übersichtlich und man kommt eigentlich überall zu Fuß hin. Zusammen mit der perfekten Lage am Meer, macht das Wellington zur coolsten und lebenswertesten kleinen Hauptsadt der Welt. Sagt zumindest mein Lonely Planet Reiseführer das. Womit er durchaus Recht haben könnte. Es gibt nur einen kleinen Minuspunkt. Und zwar ist Wellington für sein sehr regnerisches und stürmisches Wetter bekannt. Davon haben wir leider auch zu viel mitbekommen.

Am ersten Tag war das Wetter, ganz Wellington untypisch, schön und sonnig. Wir wollten deswegen gleich den ersten Tag ausnutzen und haben nur kurz im YHA eingecheckt und sind dann Richtung Strand. Dort hab ich mich endlich mal wieder mit Nele getroffen. Mit ihr bin ich nach Neuseeland geflogen und wir waren zusammen in Auckland, auf Waiheke, in Rotorua und in Taupo. Das ganze war im September und im Oktober, also schon sehr lange her. Zumindest kam es mir so vor. Ich muss echt sagen, es war so schön wieder ein vertrautes Gesicht zu sehen. Es ist sowieso immer cool Leute wieder zu treffen, was lustigerweise ständig passiert. Neuseeland ist halt doch ein Dorf. Bei Nele und auch bei den anderen Leuten aus der Anfangszeit freuts mich immer besonders, weil wir uns zu einer Zeit kennengelernt haben, als alles noch sehr neu und besonders war und da prägen einen natürlich auch die Leute, die man als erstes trifft.

So jetzt aber mal zu den Sachen, die ich in Wellington unternommen hab. Nicht immer nur so allgemeines Blabla. Obwohl es durchaus interessant ist, solche Gedanken mal aufzuschreiben.

Alsooo. Da es so schönes Wetter war und wir alle motiviert waren, haben wir Nele gefragt, was man hier so cooles machen kann, weil sie hier schon seit drei Monaten lebt, hier arbeitet und auch eine Wohnung hat. Aus irgendeinem Grund war sie aber trotz den drei Monaten, die sie schon in Wellington verbracht hat, noch nie auf dem Mount Victoria, obwohl das eigentlich ein must-do ist. Das ist der Berg (wohl eher Hügel) an der Südseite von Wellington und von dort aus hat man einen hammer Blick über ganz Wellington und den Wellington Habour (das ist dieganze Bucht und nicht nur der Hafen). Der Mount Victoria ist nur ganze 196m hoch, also sollte es nicht gerade eine große Challenge sein, da hoch zu "wandern". Traurigerweise waren wir trotzdem außer Puste, als wir oben ankamen. Man kommt hier einfach außer Form... Der Blick vom Aussichtspunkt war dann aber definitiv die Mühe wert. Am Nachmittag sind wir noch mit Nele durch die Stadt gelaufen, wobei sie uns sehr ausführlich (:D) die Vorteile und coolen Spots ihrer derzeitigen Heimat erklärt und gezeigt hat.

Am nächsten morgen sind wir aufgewacht und plötzlich war Weihnachten. So hat es sich zumindest angefühlt. Ich war einfach überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung... Es gab keinen Advent, keinen Nikolaus, keinen Schnee, also überhaupt keine "Vorboten" von Weihnachten, die mich im vorraus in Stimmung gebracht hätten können. Da denkt man sich: Scheiß drauf, wer braucht das alles bei Sommer, Sonne und Strand. Nichts wars. An Heilig Abend hatte es ca. 15 Grad und es hat den ganzen Tag durch geregnet. Das einzige, was also an Weihnachten erinnert hat, war die typische Weihnachtsmusik im Radio (sogar Oh Tannenbaum auf deutsch!) und die total kitschigen Santa hats, also Nikolausmützen (damit auch meine Oma das versteht ;). Die haben aber nur ein Dollar gekostet, da mussten wir dann schon eine Woche vorher zugreifen. Man sieht, wir waren vorbereitet!... Was macht man also an so einem Heilig Abend, der kein richtiger Heilig Abend ist? Man beschenkt sich selbst. Da aber Geschenke kaufen nicht so unser Ding ist, haben wir beschlossen uns beim Essen gehen was zu gönnen. Und zwar im weihnachtlichsten Restaurant überhaupt: Im Chow. Das ist ein Asiate, bei dem ich am Abend davor auch schon mit Nele war. Das soll der beste Asiate in der Stadt sein (am Abend davor sind mindestens 20 Leute angestanden(!) und haben immer gewartet bis jemand vom Essen aufsteht). Dass der beste Asiate in der Stadt nicht auch noch der billigste ist, versteht sicht von selbst. Da gabs wirklich winzige Portionen für ca. 15 Dollar. Es ist typisch asiatisch halt so, dass man mehrere Sachen für den ganzen Tisch bestellt und dann jeder alles mal probiert. Wenn man schon so viel Geld für sein Essen ausgibt, dann gehört da natürlich auch ein Wein dazu. Da wir alle so unglaublich gute Weinkennner sind und sowieso keinen Unterschied schmecken, haben wir einfach den "billigsten" genommen. Das waren dann zwar immer noch 40 Dollar, aber wer hats der hats. Damals frisch nach der Arbeit hatten wir es noch, jetzt traurigerweise nicht mehr haha... To summarize this whole thing: Es war nicht gerade ein weihnachtlicher Abend, aber vom Niveau her Weihnachten angebracht und es hat sich einfach gut angefühlt, mal wieder richtig Essen zu gehen. Natürlich dressed up, soweit das mit Backpackerklamotten möglich war.

Nach diesem Heilig Abend folgte dann der noch viel weniger weihnachtliche erste Weihnachtsfeiertag oder einfach Christmas Day (weil das hier das offizielle Weihnachten ist, wo es die Geschenke gibt). Warum noch weniger weihnachtlich? Weil die Sonne schien und es 25 Grad hatte. Das hieß ab an den Strand, der in Wellington praktischerweise direkt in der Stadt ist, und Weihnachtsmützenstrandbilder machen, um alle zu Hause ein bisschen neidisch zu machen. Sonst haben wir an dem Tag, glaube ich, nicht mehr so viel gemacht. Alles schon wieder so lang her...

Der Zweite Weihnachtsfeiertag, der Boxing Day, war leider wieder sehr regnerisch. So ein Regentag ist doch der perfekte Tag um ins Museum zu gehen, dachten wir uns. Das Te Papa Museum ist das Museum überhaupt in Neuseeland. Wir sind also mit einer ziemlich offenen Einstellung da rein gegangen. Architektonisch auch sehr beeindruckend. Neues, sehr modernes Gebäude. Direkt im Hafen. Man will dann ja auch nicht wie ein genervter Pubertierender klingen, der eine Klassenfahrt ins Museum macht. Aber es ist wie es ist. Nach einer Stunde mit ehrlichem Interesse wird es halt eher so naja... Muss man mal gemacht haben, ist jetzt jedoch auch kein Tagesausflug. Für eine Beschäftigung an Weihnachten reichts. Anders als in Deutschland, wo der zweite Weichnachtsfeiertag wie der erste eher besinnlich und ruhig ist, ist der Boxing Day der SALE Tag überhaupt. In allen Geschäften gab es Sonderangebote und Rabatte und die ganze Fußgängerzone war voll mit Leuten. Das hieß shoppen gehen mit den Jungs. Das war, wie man sich vorstellen kann, auch eher keine Tagesbeschäftigung. So als verspätetes und einziges Weihnachtsgeschenk von mir und für mich gabs eine neue Hose und ein T-Shirt.

Am 27.12. sind Rafael, Simon, Flo und Dave zum Zelten gefahren, weil ihnen das YHA Hostel in Wellington auf Dauer zu teuer war. Was soll ich sagen? Ich wollte nicht nach 4 Tagen schon wieder mein Hostelbett in Wellington gegen ein nasses Zelt im Wald eintauschen. Es war fast noch Weihnachten, also scheiß aufs Geld, die 5 Nächte bis Silvester, wo die Jungs natürlich wieder in die Stadt kamen, machen mich nicht arm. Ich war noch mit den anderen beim All you can eat, wo wir es komplett übertrieben haben (man will ja auch was für sein Geld haha), danach sind sie gefahren. Also war ich seit langer Zeit mal wieder alleine und eigentlich hab ich erwartet, dass es ruhige Tage werden in denen ich die Vorzüge eines Hostels genießen kann und sonst nicht viel tu. Aber wie immer: Nix da. Es waren so viele Leute in der Stadt, die ich schon länger kannte, dass ich kaum zur Ruhe kam. Ich war gefühlte 10 mal mit Nele Kaffee trinken, wo auch Sarah (auch eine aus der Anfangszeit) manchmal dabei war. Dann waren noch zwei Mädels da. Theresa und Anne, die ich in Napier kennengelernt hab und die witzigerweise aus der Nähe von Rottenburg kommen und die auch schon im Top10 waren. Mit den beiden war ich beim Cable Car (so wie in San Francisco nur viel kleiner und ziemlich sinnlos), im Kino in Hunger Games 2 und Abends was trinken. Da waren noch Anna und ihr Freund dabei (auch eine von Napier). Und zwar waren wir in der Bar, in der Nele arbeitet, was trinken. Das bedeutet alle möglichen Leute, die ich so in Wellington kannte, vereint haha. Das war wirklich eine Woche, die mir sehr gut getan hat. Ich hab mich nicht als Backpacker gefühlt, sondern einfach ganz normal. Man wohnt schön in der Stadt, hat seinen Freundeskreis, isst auch mal gute Sachen, nicht nur immer diesen Billigfraß, und man unternimmt was. Ich war in der Woche bestimmt so oft Essen gehen und Kaffee trinken, wie zu Hause in einem Vierteljahr. Leider auch etwas teuer das ganze, aber das war es definitiv wert. Gerade an und um Weihnachten und Silvester.

Genau und dann war auch schon Silvester und die vier sind wieder ins YHA nach Wellington gekommen. Silvester war genau so ungeplant wie Weihnachten auch. Wir haben uns vorgenommen, endlich wieder richtig feiern zu gehen und die Vorzüge einer Stadt voll zu genießen. Dazu gehört natürlich auch ein gewisses Maß an Vortrinken. Leider so ganz niveaulos und Silvester untypisch ohne Raclette, eigentlich ohne jegliches Essen... Auf jeden Fall saßen wir mit Theresa und Anne bei uns im Zimmer und haben bisschen was getrunken. Kurz vor 12 sind wir raus gegangen, weil wir so ein Gerücht gehört hatten, dass es am Hafen ein Feuerwerk gibt. Wir sind also so 5 vor 12 raus gegangen, was natürlich viel zu spät war. Dann sind wir am Supermarkt vorbeigelaufen und haben auf die Uhr geschaut. Es war schon zwölf! Da standen wir. Auf dem New World Parkplatz, kein Sekt, weil trinken auf der Straße verboten ist und vor allem kein Feuerwerk, auch kein öffentliches im Hafen, weil man das in Neuseeland an Silvester gar nicht kaufen kann. Nichts was den Übergang ins neue Jahr markiert oder signalisiert hätte. Zumindest war es warm! An Weihnachten dachte ich mir, also warmes Wetter passt echt nicht zu Weihnachten. Aber bei Silvester ist das etwas anderes, da ist das warme Wetter einfach perfekt! Silvester sollte immer im Sommer sein. Nach vielen Glückwünschen und viel Freude trotz dem fehlenden Feuerwerk, sind wir dann zu siebt zum Hafen gelaufen und von dort aus durch die Stadt, die voller Menschen war. Die Straße, wo so gut wie alle Bars sind, war komplett voll mit Menschen. Alle im Partyoutfit, nicht dick in Winterjacke eingepackt wie in Europa ;). Aus mysteriösen Gründen war es schon fast 4 Uhr und wir waren nur noch zu viert als wir bei den Clubs und Bar ankamen. Das Dumme ist, dass alle Clubs und Bars in Neuseeland punkt 4 zu sein müssen. Das Gesetz gibt es seit November. Hättet ihr damit nicht noch bis nach Silvester warten können? Auf jeden Fall wars dann irgendwie auch nix und ich bin ins Bett gegangen. Insgesamt wars aber eine hammer und vorallem witzige Nacht, obwohl das jetzt vielleicht nicht so klingt. Halt keine typisch deutsche Silvesternacht. Aber wer braucht schon typisch deutsch?

Neujahr. Was soll ich dazu sagen? Wir sind irgendwann aufgestanden, sind über die Straße zum New World spaziert, haben uns was fertiges zum Frühstück geholt, sind wieder ins Bett gegangen und schon wars wieder Abend. Leider ist die Etappe Wellington am nächsten Tag für uns alle zu Ende gegangen. Meine Fähre ging zwar erst am 8. Januar, aber das Leben in Wellington ist einfach wesentlich teuerer, deswegen hab ich schweren Herzens mein Hostelbett gegen ein Zelt eingetauscht. Um nochmal auf die Bewertung vom Lonely Planet zurück zu kommen: Ich war noch nicht in vielen little capitals, also kleinen Hauptstädten, aber ich kann sagen, dass Wellington die Liste definitiv anführt! Just an awesome and beautiful city I definitively wish to live in!

 

07Januar
2014

Bilder Taupo, Turangi, Tongariro und Otaki (16.12. - 23.12.)

Lake Taupo Adventsstimung am Lake Taupo Huka Falls Huka Falls Basecamp in Turangi  Mt. Ruapehu

Tongariro

Duschen in Otaki

05Januar
2014

On the road again – Taupo, Turangi, Tongariro und Otaki (16.12. - 23.12.)

 

Nach zwei arbeitsreichen, aber dennoch wundervollen Monaten in Napier war es langsam wieder Zeit meine Reise fortzusetzen. Am Montag, 16.12., haben mich David, Simon, Raphael und Flo vom Wallys abgeholt um nach Taupo zu fahren. Zu fünft in einem Auto, mit fünf großen Rucksäcken, Campingausrüstung und Essen. Da war das Auto natürlich voll. Und zwar wirklich, wir mussten bei jedem Packen vom Auto ganz genau überlegen, wann wo was hinkommt damit man den Kofferraum wenigstens noch zu pressen konnte. Und trotzdem hatte jeder noch was auf dem Schoß. Aber wie immer ging alles irgendwie. Was muss, das muss.Unsere Campingausrüstung ist natürlich von besonders guter Qualität (jeder ein Zelt für 16 Dollar vom Warehouse). Das Zelt ist nicht mal wasserdicht und hat auch keine Schnüre mit denen man das irgendwie spannen könnte. Um dennoch ein bisschen geschützt zu sein falls es regnet, haben wir noch eine große Plane gekauft, die wir über die drei Zelte spannen. Das heißt, dass wir bei jedem Stop das ganze Auto ausräumen müssen, weil Simon und David da drin schlafen. Dann müssen wir die drei Zelte von Flo, Raphael und mir aufbauen, die Plane spannen und alles da drunter verstauen. Natürlich muss das alles morgens wieder kompakt verpackt ins Auto. Insgesamt also relativ stressig, aber dafür unschlagbar günstig. Wir mussten in der Woche nur Geld für Essen ausgeben und für Benzin, das wir aber durch 5 geteilt haben. Die Campingplätze, die umsonst sind, haben dafür aber nur ein Klo und sonst nichts. Unser Trinkwasser haben wir deshalb immer in der Stadt bei irgendeinem öffentlichen Wasserhahn geholt und geduscht haben wir entweder mit einem Eimer oder im Schwimmbad.

In Taupo hatten wir in der ersten Nacht einen richtig schönen Campingplatz direkt am Lake Taupo. Das haben wir natürlich ausgenutzt und sind direkt am Dienstagmorgen nach dem Frühstück eine Runde schwimmen gegangen. Mittags sind wir dann zu einer heißen Quelle gefahren, die in den Waikato River mündet. Die Quelle ist nämlich so heiß, dass man eigentlich nicht drin baden kann, aber an der Stelle, wo sich das kalte Flusswasser mit dem heißen Wasser mischt, ist es perfekt. Wie in einer heißen Badewanne. Damit hatte ich eigentlich schon alles in Taupo gesehen, weil ich ja schon das zweite Mal da war. Nur die Huka Falls haben dann noch gefehlt, also sind wir da auch noch hingefahren. Das ist der Wasserfall mit der größten Wassermenge in Neuseeland. Die Huka Falls sind aber kein Wasserfall, wie man sich ihn vorstellt, sondern da fließt das Wasser eher ziemlich schnell schräg den Fluss runter. Aber es sieht trotzdem beeindrucktend aus, weil es einfach so viel Wasser ist und besonders, weil das Wasser richtig intensiv blau-türkis schimmert.

Am Mittwoch ging es nach Turangi, das liegt ungefähr eine Dreiviertelstunnde südlich von Taupo am Lake Taupo und dort in der Nähe ist der Tongariro Nationalpark, der unser nächstes Ziel war.

In Turangi hatten wir einen Campingplatz mitten im Wald. Von dort aus sind wir am Donnerstag nach Turangi rein gefahren. Da haben wir den ganzen Tag die alltäglichen Dinge erledigt, die leider viel zu oft sein müssen. Waschen, Einkaufen, Wasser auffüllen und natürlich in die Bibliothek gehen. Da gibt es nämlich viele Steckdosen und Wlan und das ist natürlich ganz wichtig, wenn man ohne Strom und sogar ohne Empfang im Wald sitzt. Damit war der Tag aber auch schon wieder erledigt. Am Freitagmorgen sind wir bei gefühlten 0°C um halb 6 Uhr morgens aufgestanden, um in den Tongariro Nationalpark zu fahren. Bei strahlend blauem Himmel haben wir um halb 8 das Tongariro alpine crossing angefangen. Das ist eine 19,4 km lange Wanderung über das Tongariro Massiv. Das ist ein immer noch aktives Vulkanmassiv. Zuerst gehts durch eine Steppe die von glasklaren Gebirgsbächen durchzogen ist. Dann gehts am Fuß vom Mt. Ngauruhoe (dem Schicksalsberg von Herr der Ringe) durch eine Geröllwüste ein paar hundert Höhenmeter steil den Berg hoch. Wenn man die erste steile Etappe dann geschafft hat, steht man direkt am Fuß vom Mt. Ngauruhoe mit Blick auf eine unglaubliche Wüstenlandschaft.

Der Mt. Ngauruhoe ist ein 2300m hoher Vulkan der 1975 das letzte Mal ausgebrochen ist. Dort hätte man auch noch hoch können, aber ich hab mich dagegen entschieden, weil mir die 7 Stunden für das alpine crossing schon gereicht haben. Vom Mt. Ngauruhoe geht man dann weiter über ein Wüstenplateau zum nächsten Aufstieg, der zum Red Crater führt. Dort steht man auf fast 2000m Höhe am höchsten Punkt des crossings und hat einen Ausblick über das ganze Tongariro Massiv. Von das aus gings runter zu den Emerald Lakes. Das sind drei Kraterseen die in grellen Farben leuchten, aber ziemlich nach Schwefel stinken. Die Emerald Lakes liegen so ungefähr auf der Hälfte. Weiter gehts wieder durch eine Wüstenlandschaft zum Blue Lake, auch ein ehemaliger Krater. Dort beginnt dann langsam der Abstieg an der Nordseite, der sich ziemlich lange zuerst durch eine karge Steppenlandschaft und dann durch einen Regenwald zieht. Ich wunder mich hier wirklich immer, wie oft und schnell sich die Landschaft verändert. Oben auf dem Berg wächst nicht mal ein Grashalm und unten an der Nordseite ist ein Regenwald. Im Westen, also am Start ist es eher Steppe und im Osten kommt die Rangipo Wüste. Also wirklich ziemlich abwechslungsreich.

Nach der sehr langen und anstrengenden Wanderung sind wir zum duschen nach Turangi ins Schwimmbad gegangen. Das war auch wirklich nötig. Insgesmt kann ich sagen, dass das Tongariro alpine crossing bis jetzt eines meiner Highlights war. Die Landschaft ist einfach so unglaublich, das sieht man nicht so oft.

Am Samstag sind wir dann weiter Richtung Süden nach Otaki gefahren. Da haben wir wir zwei Tage auf dem Campingplatz gesessen und haben eigentlich nichts gemacht. Ein bisschen Lesen, Fußball spielen und im Bach baden ist auch mal ganz entspannend. Eigentlich wollten wir nur die Zeit bis Montag (23.12.) überbrücken, ab da waren wir dann im YHA Hostel in Wellington. Aber das ist schon die nächste Etappe, und die kommt im nächsten Eintrag. Geduld, Geduld.

13Dezember
2013

Zwei Monate Wein, Kiwis und Strand - Napier (23.10. - 16.12.)

 

Endlich bekommt ihr wieder was von mir zu hören. Besser spät als nie würde ich sagen. Es ist jetzt fast 2 Monate her, dass ich in Napier angekommen bin und ich muss echt sagen, dass es eine unglaubliche Zeit war. Ich weiß jetzt auch gar nicht richtig, wo ich anfangen soll. Das ist alles schon so lange her, obwohl es mir gar nicht so vorkommt. Musste auch erst mal nach schauen wann ich hier überhaupt angekommen bin. Am 23.10 war das wohl.

Nachdem wir Wwoofen waren, wollten Fabi und ich endlich richtig Geld verdienen. Es ist zwar schön nichts ausgeben zu müssen, aber mehr wird das Geld halt trotzdem nicht. Deswegen haben wir uns entschieden in Hawkes Bay nach Jobs zu schauen. Hawkes Bay ist eine Region im Osten der Nordinsel und ist bekannt für Äpfel, Wein und Kiwis. Also perfekt für seasonal work. Hier gibt es zwei größere Städte nämlich Napier und Hastings. Die beiden werden als Twin Cities bezeichnet, weil sie so nah beieinander liegen. Zuminedest für neuseeländische Verhältnisse. In Deutschland würde man zwei Städte die 15 km voneinander entfernt sind nie als Zwillingsstädte bezeichnen, weil das auf so ziemlich jede Stadt in Deutschland zutreffen würde. Unsere Wahl ist dann auf Napier gefallen, weil es schön am Meer liegt und Hastings nur eine hässliche Landwirtschaftstadt im Landesinneren ist. Ich muss sagen, dass war echt die beste Entscheidung. In Napier angekommen haben wir uns nach work hostels, also Hostels die Arbeit vermitteln, umgesehen, haben aber auf Anhieb nichts gefunden. Also sind wir zu Andys Backpacker gegangen. Das war ein kleines, etwas schmutziges Hostel direkt an der Strandpromenade. Dort hatten wir ein Doppelzimmer mit eigenem Waschbecken für nur 17 Dollar die Nacht und wir waren mit 3 anderen deutschen Jungs die einzigen im Hostel. Wir hatten also für die 17 Dollar praktisch ein ganzes Haus für uns allein, da kann man sich nicht beschweren. So gut wie jeden Abend saßen wir am (Kies)strand und haben mit Bier und Lagerfeuer den Frühling genossen. Leider kann man in Napier selbst nicht baden gehen, weil die Strömungen zu stark sind und es sofort extrem tief wird.

Am Montag, 28.10, wollten wir uns dann endlich mal wirklich um einen Job kümmern, weil einen das schlechte Gewissen schon ein bisschen plagt. Also haben wir uns wieder auf die Suche nach work hostels gemacht und zum Glück hatte es im Wallys Backpacker etwas frei. Damit hatten wir wirklich Glück, da das eigentlich immer voll ist. So kam es, dass das Wallys zu meiner Heimat wurde. Da es ein work hostel ist, bleibt hier jeder für mindestens einen Monat. Dadurch ist die Atmosphäre einfach ganz anders als in normalen Hostels. Jedes kennt sich, man macht immer gemeinsame Aktionen und man lebt halt richtig hier und fühlt sich nicht auf der Durchreise. Hat was von Wohnheim denk ich. Im Zimmer war ich mit Fabi und 4 anderen deutschen Jungs, Simon, Raphael, Flo und David, mit denen ich jetzt auch weiter reisen werde.

Natürlich ist man aber nicht zum Urlaub machen in einem work hostel, sondern zum arbeiten! Gleich am ersten Tag haben wir einen Job auf einem Vineyard bekommen. Das hieß ab jetzt um 6 Uhr aufstehen und um halb 6 abends wieder heimkommen. Das war ein Job auf contract, das bedeutet es wird nicht nach Stunde, sondern nach Stückzahl bezahlt. Zuerst mussten wir debuding machen. Dabei muss man die Triebe, die unten aus den Weinreben rauswachsen wegmachen. Dafür gabs 4 Cent pro Pflanze. Da kann man sich vorstellen wie viele 1000 Pflanzen man machen muss um ordentlich zu verdienen. Das waren in den ersten 3 Tagen 6448 Bäumchen. Dazu kam noch das wire lifting. Dabei muss man die Drähte, die die Äste in Posistion halten nach oben heben und an Pfosten einhaken. Dafür gabs 2 Cent pro Pflanze und da wir die beiden Arbeiten gleichzeitig gemacht hat, haben wir also 6 Cent pro Pflanze bekommen. Das waren im Endeffekt Netto ca. 330 Dollar, was für 3 Tage Arbeit nicht schlecht ist. Aber danach gings bergab. Unsere nächste Aufgabe warshoot thinning. Das heißt, man reißt ungefähr die Hälfte der Äste raus, damit die anderen besseren wachsen können. Und das für 12 Cent pro Planze. Klingt erstmal relativ viel, aber man braucht auch ziemlich lange, sodass wir nie auf Mindestlohn (14,85 $ Brutto) kamen. Also haben wir beschlossen, dass wir einfach weniger Äste rausmachen um schneller zu sein. Das haben die Islander, die dort schon länger arbeiten, auch gemacht. Also dachten wir, dass das sowieso so geht.

Islander sind Saisonarbeiter aus Tonga und Samoa und sind die wohl größte Konkurrenz zu uns Backpackern, da sie länger hier sind und im Gegensatz zu Backpackern auch wirklich zum arbeiten in Neuseeland sind und nicht zum Reisen. Die kommen alle nach Neuseeland, weil der Mindestlohn hier 4 mal so hoch ist, als der durchschnittle Lohn auf den Islands. Und auch Neuseeland hat ein großes Interesse daran, die Leute zu beschäftigen und ihnen damit Geld zu verschaffen, da so gut wie alle Produkte auf den Islands aus Neuseeland kommen. Das heißt das Geld fließt direkt zurück nach Neuseeland und so schließt sich der Kreis.

Jetzt aber zurück zum Thema. Nachdem wir nicht so viele Äste abgemacht haben, haben wir nach unseren Berechnungen sogar den Mindestlohn geschafft. Wir waren dann fertig und sind nach Hause gegangen. Zwei Tage später ruft uns unsere Chefin an, dass wir kommen und alles noch mal neu machen sollen, sonst würden wir unser Gehalt gar nicht bekommen. Wir haben also ganze zwei Tage unbezahlt(!) gearbeitet. Im Endeffekt haben wir dann ganze 130 Dollar für vier Tage Arbeit bekommen. Verarschen lassen wir uns nicht, dachten wir natürlich und haben sofort gekündigt. Das war auch echt eine gute Entscheidung, da wir zwei Tage später einen relativ entspannten und vorallem nach Stunde bezahlten Job auf einer Kiwiplantage bekommen haben. Zusammen mit Dodo, Ella und Helen. Ich glaub damit haben wir einen der besten Jobs im Hostel erwischt. Unsere Aufgabe war es die zu kleinen und die hässlichen Kiwis abzureißen. Die Kiwis wachsen in endlosen Reihen über einem, man muss sich also nicht bücken oder so. Dazu kam noch, dass sowohl der Chef als auch Debbie unsere Supervisorin wollten, dass wir langsam arbeiten und es gründlich machen. Debbie ist auch eine wahre Meisterin im Zeitschinden. Wir haben Jobs, die man in 6 Stunden erledigen könnte, auf 9 Stunde rausgezögert, damit uns die Arbeit ja nicht vor Weihnachten ausgeht. Da alle entlassen werden, wenn alle Felder fertig sind. Manchmal waren wir echt so langsam, dass ich mir gewünscht hab schneller zu machen, damit die Zeit schneller rum geht. Es hat aber wirklich niemanden gestört, dass wir so langsam und unproduktiv waren, solange wir es gründlich gemacht haben. Also anscheinend verdienen die mit dem Kiwiexport genug Geld. In Neuseeland selber gibt es nämlich nur die kleinen und die hässlichen Kiwis zu kaufen, weil die richtig guten alle in den Export gehen, da da der Gewinn viel höher ist.

Den Job hab ich jetzt 4 Wochen lang gemacht. Wenn es unter der Woche geregnet hat und man deswegen frei hatte, dann haben wir sogar am Samstag und am Sonntag gearbeitet. Damit hatte ich aber nie ein Problem und ans früh Aufstehen hab ich mich auch gewöhnt. Jeder Arbeitstag war genau strukturiert. Um 7.30 Uhr ging es offoiziell los (angefangen zu arbeiten haben wir immer mindestens 10 min später), um 10 kam dann die erste bezahlte Viertelstundenpause. Die wir aber zusammen mit unserer Supervisorin meistens auf 20 min verlängert haben. Um halb 1 war dann eine halbe Stunde unbezahlte Lunchpause, natürlich auch immer etwas länger. Bevor es um 5 Uhr dann vorbei war, kam um 3 Uhr noch eine bezahlte Viertelstundenpause. Das heißt wir wurden jeden Tag fast eine Stunde fürs Nichtstun bezahlt. Wie gesagt, hat niemanden gestört und hatte auch irgendwie System. Kiwi-Mentalität halt.

Ach vielleicht noch was zum Begriff Kiwis: Kiwis nennt man die Neuseeländer und das kommt vom Kiwivogel. Das was bei uns als Kiwi bekannt ist heißt hier kiwifruit. Und das ist eigentlich nur ein Marketingname. Kiwis sind eigentlich chinese gooseberries, also chinesische Stachelbeeren. Die Neuseeländer waren aber die ersten, die die chinesischen Stachelbeeren kommerziell angebaut und exportiert haben. Um den Marktdurchbruch zu erleichtern haben sie die Früchte dann einfach kiwifruit, also Neuseeland-Frucht genannt, weil sie dachten chinesische Stachelbeeren kauft doch niemand, das ist nicht cool genug.

Jetzt wisst ihr was ich so die meiste Zeit hier gemacht habe, aber es gab natürlich auch Tage, an denen ich frei hatte. An denen hab ich dann so gut wie alles gemacht, was man in Hawkes Bay so machen kann. Zwei mal war ich an einem Wasserfall im Wald, in dem man so richtig schön baden und auch vom Wasserfall springen kann. Ist echt wie im Paradies, nur das Wasser war arschkalt.

Bei dem schönen Wetter ( so um die 24 - 28 Grad) muss man selbstverständlich auch an Strand fahren. Der mit Abstand schönste ist der Waipatiki Beach eine halbe Stunde nördlich von Napier. Feiner Sand, blaues, nicht zu kaltes Wasser und so gut wie keine Leute. Kein Vergleich zu Mittelmeer Touristenstränden. Aber natürlich auch nicht so warm wie in der Karibik, da es noch Frühling ist und Neuseeland ja doch relativ nah am Südpol liegt. Außerdem haben wir noch eine 18 km Strandwanderung zum Cape Kidnappers gemacht. Die Wanderung kann man nur bei Ebbe machen, weil man da die ganze Zeit auf einem Strand unterhalb von einer Steilküste läuft und der Strand bei Flut komplett überschwemmt ist. Cape Kidnappers hat den Namen, weil dorthin die Maori mal einen Schiffsjungen von Cook entführt haben. Eine ganze wichtige Freizeitbeschäftigung war aber natürlich das obligatorische Feierabendbier jeden Abend, das man sich dann doch gönnt. Und am wichtigsten: Die Hostelpartys jeden Samstagabend, bei denen es immer gut abging. Was will man auch anderes erwarten, wenn 50 Leute zwischen 18 und 25 Jahren ihren einzigen freien Tag einläuten ;)

Ich glaub das war erstmal alles wichtige, was mir so über die Zeit in Napier einfällt. Im Rückblick kann ich nur sagen, das es trotz Arbeit eine geniale Zeit war, die ich echt vermissen werden, denn so heimisch wie hier werd ich mich wohl nirgends in Neuseeland mehr fühlen, weil ich bis jetzt nicht vor habe noch mal so lange an einem Ort zu bleiben. Mal sehen. Auf jeden Fall aber werd ich es schade finden, die ganzen Leute hier hinter mir zu lassen. Immerhin hab ich mit den meisten jetzt fast 2 Monate zusammen gewohnt und sie jeden Tag gesehen. Ich denk aber, dass ich ein paar von denen zufällig wieder sehen werde. Ich hab schon so viele Bekannte aus Auckland zufällig wieder getroffen, weil Neuseeland zwar relativ groß ist, aber doch jeder Backpacker so ungefähr die gleiche Route mit den gleichen Zielen hat.

Zuguterletzt gibt es auch noch News vom Auto und von Fabi. Und zwar werde ich mich von beidem trennen. Fabi hat einen Job als Koch in einem 4 Sterne Hotel bis mindestens Ende Februar und alleine will ich das doch etwas teure Auto nicht haben, also muss es weg. Weiter gehts am Montag, 16.12, mit den 4 Jungs aus meinem Zimmer Richtung Tongariro und dann über Weihnachten und Silvester nach Wellington. Spätestens da werde ich mich dann wieder melden.

05Dezember
2013

Bilder Napier (23.10. - 16.12.)

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